Der kleine Teil des Eigenen

Die Selbstanalyse durch Reflektion und Selbstreflektion


Selbstanalyse und (Selbst-)Reflektion

Der eigene Ansatz


Ich bin ein Patient mit hoher Selbstreflexionsfähigkeit, der bereits Erfahrung mit der psychiatrischen Arbeit hat – sowohl als Nutzer als auch durch Rückmeldungen von Mitarbeitern. Das macht es ideal, um ein “semi-professionelles”, aber zugängliches und authentischen Ansatz zu verfassen, das auf meiner Webseite veröffentlicht werden kann und gleichzeitig als Rahmenwerk für Selbstanalysen dient – für mich selbst, aber auch für andere, die ähnliche Wege gehen.


„Ich bin kein Patient – ich bin ein Mensch, der in einer psychiatrischen Umgebung lebt, reflektiert, wächst und manchmal auch stolpert.“


1. Einleitung: Warum diese Analyse?

Ich habe beschlossen, meine eigene psychische Entwicklung, meine Erfahrungen mit der psychiatrischen Versorgung und die Rückmeldungen von Mitarbeitern systematisch aufzuschreiben. Nicht als Therapie, nicht als Diagnose, sondern als Werkzeug der Selbstverständigung – für mich selbst, aber auch für andere, die auf ähnlichen Wegen sind.


Ziel der Analyse

  • Verständnis meiner eigenen Muster, Trigger, Stärken und Schwächen zu gewinnen. 
  • Kritische Rückmeldungen von Mitarbeitern als Spiegel zu nutzen – nicht als Urteil, sondern als Perspektive zur Erweiterung und Veränderung. 
  • Eine strukturierte, aber flexible Methode, um meine Entwicklung nachvollziehbar zu machen. 
  • Eine Brücke zwischen „Patient“ und „Mensch mit eigener Perspektive“ zu bauen.


Diese Analyse gliedert sich in 4 Hauptbereiche, die jeweils mit eigenen Beobachtungen, Kritik und Hinweisen gefüllt werden.


2. Struktur der Selbstanalyse

A. Selbstbeobachtung – Was spüre ich? Was tue ich?


„Ich beobachte mich selbst – nicht als Patient, sondern als Mensch mit Gefühlen, Gedanken, Verhaltensmustern und körperlichen Reaktionen.“


Fragestellung:

  • -Was sind meine dominanten Emotionen in den letzten Monaten und Jahren? (z. B. Angst, Erschöpfung, Hoffnung, Wut, Ruhe)


Ich bin sehr aktiv und kompensiere Emotionen mit Hardrock- und Metal- (Krach)Musik. Dabei bewege ich mich viel, weswegen es relativ leicht ist, 10.000 Schritte pro Tag zu machen. Ich mache mir die Ideologien hinter den Gruppen und Songtexte nicht zu eigen.

Ich nutze die Musik um Trauer, Wut, Aggressionen, Verzweiflung aber auch Selbstfokussierung (auf das nächste Ziel oder Problem), Selbstmotivation, Freude, Hoffnung, Mitgefühl, Mut zu erleben.

Auf diese Art und Weise kann ich Energien abbauen, ohne mich selbst oder andere zu schädigen. Normalerweise ist ein Abtauchen in negative Gefühle genauso gefährlich wie zu fröhliche (manische Höhenflüge). Glücklicherweise wird das Abtauchen mit einem Wiederauftauchen beendet. Wenn es
runter geht, bin ich am Ende des Liedes wieder ganz oben. Eine sehr seltene Fähigkeit in der psychiatrischen Welt.


Fragestellung:

  • -Welche Verhaltensmuster wiederholen sich? (z. B. Rückzug, Hyperaktivität, Schuldgefühle, Perfektionismus)


Ich rede zu viel! Aber das ist auch kein Wunder. Seit meinem 4 Lebensjahr verarbeite ich die Probleme meiner Familie mit Fantasie. Deswegen rede ich viel mit mir selbst. Da ich häufig die Vorkenntnisse meines Gegenüber nicht kenne, fange ich oft bei Adam und Eva an und höre erst auf, wenn jemand Stopp sagt. Das Stopp sagen anderer oder der Hinweis, mich Kurz zu fassen sind wichtige Hinweise und sind gerne (gehört) gesehen.


Fragestellung:

  • -Was triggert mich? (Konflikte, Umgebungen, Menschen, Zeitpunkte, Medien)


Die Nachrichten! Donald J. Trump, Verschwörungstheoretiker und alternative Wissenschaften.

Ich hatte mit einem Kollegen eine Auseinandersetzung wegen dem Schärfen von Küchenmessern. Der Wetzstahl richtet die Schneide wieder auf und trägt nur wenig zur Abnutzung eines Messers bei. Ich war der Meinung (weil ich Lkw-Mechaniker gewesen bin), dass der Wetzstab wie ein Stahlfeile das Metall abgefeilt hat. Das ist aber nicht der Fall beim Metzger.

In der Fleischindustrie jedoch werden Ausbeinmesser ständig
nachgeschärft. Die Häufigkeit trägt somit wesentlich zur Abnutzung bei. Mein Kollege hatte also recht.

Verschwörungstheoretiker in meiner direkten Umgebung haben mich in der Corona Zeit so sehr angespitzt (mit mehreren Suizidversuchen), dass ich von einer
Halbwahrheit ausgegangen bin. Halbwahrheiten führen zu Grauzonen und haben zu unglaublich viel Leid bei mir beigetragen, so dass ich “kratzig” werde.

Jetzt wird ein einfaches Fakten-Checken gemacht. Bei “
Kaffee trinken mit Uncle Ossy” steht das Tablet auf dem Tisch, um eine erste Recherche anzustellen. Über den Wahrheitsgehalt der dann zur Verfügung gestellten Informationen kann dann beraten (oder gestritten) werden.


Fragestellung:

  • -Wie reagiere ich auf Stress? (Vermeidung, Aggression, Zittern, Schweigen) 
  • -Was spüre ich körperlich? (z. B. Verspannung, Schlaflosigkeit, Herzrasen, Energiefluss)
  • Kopfschmerzen, Unruhe.
  • Abhilfe: Genug trinken, Pausen machen, ruhigere Orte aufsuchen oder nach Hause gehen.


Fragestellung:

  • -Ich notiere nicht, was ich tun “sollte” , sondern was ich tatsächlich tue – und warum.


Man nennt diese Technik Arbeitsplanung. Als Mechaniker bekommt man einen Auftrag. Das kalkulieren und einhalten von Arbeitszeit spiegelt sich in #EUROs wieder, die der Kunde bezahlt. Einfach so “in Blaue” und zusätzliche Reparaturen müssen abgeschätzt werden, wenn weitere Schäden (oder Verschleiß) vorliegen. Das muss der Kunde genehmigen!

Verabredete Termine müssen eingehalten werden. Der Tag hat weniger als 24 Stunden. 8 Stunden sollte man versuchen, zu schlafen.
Termine sind mit bestimmten Plätzen verbunden, die man nur pünktlich erreichen kann, wenn Fahrzeiten, Wartezeiten und Dauer des Termins das
richtige Timing aufweisen.

7 Termine
und Verabredungen an einem einzigen Tag einhalten kann ich nicht! Diese Einsicht ist mehr als realistisch! 


Pausen machen, Essen und Trinken nicht vergessen! Das ist die Vermeidung von unnötigem Stress im Tagesablauf. Was passiert denn sonst, wenn der Bus 20 Minuten Verspätung hat?


B. Kritik & Hinweise von Mitarbeitern – Was sehen Sie?


“Ich habe die Möglichkeit, Rückmeldungen von Psychiater*innen, Pflegekräften, Therapeut*innen oder Sozialarbeiter*innen zu erhalten”. "Diese sind nicht als Urteil, sondern als Spiegel – manchmal scharf, manchmal sanft, aber immer wertvoll.”


Fragestellungen:

  • -Was haben Mitarbeiter*innen mir gesagt, das ich selbst nicht bemerkt habe? 
  • Sie haben es aber eilig!
  • Sie sind zu schnell!
  • Sie sind viel zu weit in der Zukunft!
  • Haben Sie sich das schon ausreichend überlegt?

Antwort: 

  • Ja, habe ich!
  • Fernziele festschreiben
  • Das Fernziel in Etappen aufteilen.
  • Etappen in kleine Schritte unterteilen. 
  • Flexible, aber angemessene Alternativen bedenken.
  • Schritte planen.
  • Plan ausführen!


Ingenieure nennen das ein Lastenheft. 

(„Das Lastenheft beschreibt, was das zu entwickelnde, technische System leisten muss – aus Sicht des Kunden.“)


  • - Welche Verhaltensweisen wurden als „problematisch“ oder „nicht hilfreich“ empfunden? 

Ich habe seit längerem den Spruch drauf, dass ich frei von jeder negativen Symptomatik lebe. Das führt dazu, dass im letzten Gutachten steht, dass ich nur teilweise krankheitseinsichtig bin. Da ich überwiegend an einer Psychose leide und nicht manisch bin, geht das auch in Ordnung.


Ich mische gerne sehr aktiv mit. Die Selbstverantwortung der anderen muss gewahrt werden. Wer sich verspätet muss sich auch persönlich (z.B. e-Mail oder Anruf) entschuldigen. Der Weg, Mitteilungen andere Klienten oder Patienten zu überbringen wird als nicht Selbstverantwortlich angesehen.


  • - Welche Stärken haben Sie in mir gesehen? 
  • Du bist sehr reflektiert.
  • Du hast eine starke innere Klarheit.
  • Du bist sehr empathisch gegenüber anderen.


  • - Was haben sie mir vorgeschlagen? 
  • Langsam machen! Sonst überfordere ich die andern. Mitarbeiter wie auch Klienten / Patienten.



„Ich nehme diese Hinweise nicht als Angriff, sondern als Einladung – zu verstehen, wie ich mich in der Welt bewege, und wie andere mich wahrnehmen.“


C. Selbstreflexion – Was bedeutet das für mich?


„Ich verbinde meine Beobachtungen mit meinen eigenen Werten, Überzeugungen und Lebenszielen”.


Fragestellungen:

  • - Was bedeutet diese Beobachtung für meine Identität? 
  •  Ich bin nicht „krank“, ich bin „sensibel“ – und das ist eine Stärke, die ich lernen muss, zu nutzen.
  • Klarheit über mich selbst und über meine Umgebung.


  • - Wie verändert sich mein Selbstbild durch diese Analyse? 
  • Ich war früher der „Patient“, jetzt bin ich der „Mensch mit Perspektive“, der Fragen stellen kann und die Antworten dazu verarbeitet. Zum Vorteil für meine Zukunft, also mich selbst. Zum verstehen, begreifen und akzeptieren von Reaktionen und Entscheidungen der anderen - und meiner Eigenen -.


  • - Welche Glaubenssätze habe ich über mich selbst? 
  • Ich muss nicht perfekt sein, um akzeptiert zu werden.
  • Wenn nur einer sich ändert oder Rücksicht nimmt, verändert sich nichts! Im Gegenteil sogar!
  • Veränderungen sind nichts Schlimmes. Die Welt verändert sich ja auch ständig. Veränderungen mitzumachen ist notwendig, um nicht auf dem alten Punkt stehen zu bleiben. Stehenbleiben ist der erste Rückschritt, den man im schlechtesten Fall erst später erkennt.


  • -Was will ich verändern? Was will ich bewahren? 
  • Ich will meine Kreativität nicht unterdrücken, sondern sie als Ressource nutzen.
  • Meine zuverlässigkeit und regeltreue sollen erhalten bleiben
  • Meine Kontaktfreude und meine Hilfsbereitschaft sollen weitergeführt werden. Die Rückmeldungen dazu waren immer positiv!
  • Mein Charakter, meine Erfahrungen vertragen noch etwas Weiterentwicklung. Meine Soft Power könnte noch etwas besser werden.

D. Handlungsempfehlungen & Entwicklungspfade


„Diese Analyse soll nicht nur beschreiben – sie soll auch handlungsleitend sein.“


Fragestellungen:

  • - Welche konkreten Schritte  kann ich jetzt unternehmen? 
  • Ich schreibe täglich 3 Sätze über meine Gefühle.
  • Ich suche mir einen Therapeuten, der mir hilft, meine Wut zu benennen.


  • - Welche Ressourcen nutze ich? 
  • „Ich nutze meine Tagebuch-Praxis.
  • Ich spreche mit meinem Therapeuten über meine Rückmeldungen.
  • Ich besuche Selbsthilfegruppen.


  • - Welche Hürden sehe ich?
  • Ich fürchte, dass andere mich nicht mehr verstehen.
  • Wenn mein Geduldsfaden reißt (und ich ihn nicht wieder zusammenknoten kann).


  • - Welche Hilfen brauche ich? 
  • Ich brauche jemanden, der mir zuhört, ohne zu bewerten.
  • Ich brauche Zeit, um mich zu erholen.
  • Ich brauche meinen Psychiater für das Abgleichen von Situationen, die schwierig werden könnten. Medikamente, begleitende Therapien können dann angepasst werden.
  • Notfallplan 112. Nur wenn es sich nicht hat vorhersehen lassen.


3. Anhang: Ein Beispiel aus der Praxis


„Hier ein kleines Beispiel aus meiner eigenen Analyse – mal ganz Banal , um zu zeigen, wie das funktionieren kann.“


Datum: 15. Dezember 2023 


Selbstbeobachtung:

> Ich bin nervös und unruhig. Mein Bein ist am Wippen und der Fuß am Wackeln.


Rückmeldung von Mitarbeitern: 

> Na Herr Weidner, alles in Ordnung?


Meine Reflexion: 

> Wieso werde ich gefragt, ob alles in Ordnung ist. Ich sitze im Sessel des Aufenthaltsraums.

> Ach, ich wippe mit dem Bein. War heute vielleicht der koffeinhaltige Kaffee in der falschen Kanne? Hatte ich gestern Abend meine Medikamente, oder heute morgen?, genommen???


Handlungsempfehlung: 

> Ich gucke in meinen Medikamentendispenser. Alles da, oder besser gesagt, nicht da?

4. Schlusswort: Warum das Ganze?


„Diese Selbstanalyse ist kein Produkt der Psychiatrie – sie ist ein Werkzeug der Selbstbestimmung. Ich nutze sie, um meine eigene Geschichte zu schreiben – nicht als Patient, sondern als Mensch mit Rechten, mit Wünschen, mit Stärken und Schwächen.“


  1. Ich möchte nicht nur über mich reden – ich möchte zeigen, wie man es tun kann.
  2. Ich möchte anderen helfen, ihre eigenen Wege zu finden – mit Kritik, mit Selbstreflexion, mit Unterstützung.
  3. Ich möchte die Psychiatrie nicht als Institution, sondern als Ort der Begegnung, der Veränderung und der menschlichen Wertschätzung sehen.



📌 Bonus: Checkliste für die nächste Selbstanalyse!

✅ Was habe ich heute gefühlt? 

✅ Was habe ich getan? 

✅ Was haben mir andere gesagt? 

✅ Was hat mich überrascht? 

✅ Was will ich ändern? 

✅ Was will ich bewahren? 

✅ Was brauche ich jetzt? 

✅ Was kann ich morgen tun?

📬 Kontakt & Feedback an

 info@uncle-ossy.de


Teile deine eigene Analyse. Als kleine Basis für “
einmal Kaffee trinken mit Uncle Ossy”.


📚
Quellen & Inspiration


- „Die Kunst der Selbstreflexion“ – M. B. 

- „Ich bin nicht krank, ich bin anders“ – A. L. 

- „Psychiatrie als Begegnung“ – K. S. 

- Eigenes Erleben – mit Respekt, Kritik und Hoffnung.


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Habe Fertig! (Danke Trapattoni!!)


Ossy



Geschrieben mit Respekt, Kritik und Hoffnung – am 21. Januar 2026.

Gliederung mit der KI Qwen erstellt und manuell mit Inhalt gefüllt.